Nahaufnahme von Kinderhänden, die einen Controller einer Spielkonsole festhalten
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Familienleben

Wie Kinder in der digitalen Welt bestehen

21.05.2025

Die psychischen Folgen der Coronaerfahrung und die Risiken digitaler Medien für Kinder und Jugendliche sind beunruhigend.

Sie dringen tief in die seelische Struktur ein und stellen Familien vor große Herausforderungen. Je nach Stabilität und Psyche sowie den konsumierten Inhalten ergeben sich Belastungsreaktionen und hirnverändernde Prozesse, besonders im limbischen System, das für Gefühlsregulation zuständig ist.

Psychische Risiken
Viele Eltern wissen nicht, dass die Nutzung von Handys, Computerspielen oder sozialen Medien psychische Krisen maskiert und verstärkt: Depressionen, Unruhe, Rückzug, Sucht, Essstörungen, Suizidalität. Je früher der Einfluss digitaler Medien beginnt, desto gravierender sind die Folgen. Stresserfahrungen nehmen zu, die Eskalationsbereitschaft wächst, Enttäuschungswut und Resignation breiten sich in Familien und Klassenräumen aus.

Handy- und PC-Spiele sowie Social-Media-Inhalte takten das Gehirn auf kurzfristige Belohnungen. Glückshormone werden innerhalb weniger Sekunden ausgeschüttet. Ein so geprägtes Gehirn reagiert auf langfristige Aufgaben mit Langeweile, Unruhe oder Gereiztheit und sucht suchtartig wieder Belohnung im Smartphone, der primären Quelle schnell vergehenden Glücks.

Strategien zur Begrenzung der Smartphone-Nutzung
Was tun? Eine klare Begrenzung der Smartphonenutzung für Kinder unter 12 Jahren, kurze Nutzungszeiten und ein überzeugendes Vorbild der Eltern und Erzieher. Achtsamkeit, gemeinsame Ruhe und ausbalancierte Eltern helfen. Heilsame Stille, Vertrauen, Verbundenheit und Liebe sind die Nahrung kindlicher Seelen. Digitale Medien sind oft „Psychoschrott“. Stattdessen brauchen Kinder Erholung und Regeneration von Stress im Gehirn, Körper und ihren Beziehungen. Vertrauen gibt es nicht im Netz, sondern im Du.

Mögen Kinder in Familie und Schule Menschen begegnen, die ihnen helfen, ein starkes und mitfühlendes Ich zu werden.

Prof. Dr. Thomas Steininger

Autor:
Prof. Dr. Thomas Steininger, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Theologieprofessor und Leiter der schulpsychologischen Beratung am Schulzentrum 
Marienhöhe/Darmstadt.
www.marienhoehe.de

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