Ein Mann liest Kindern aus einem Buch vor
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Familienleben

Wie Kinder im digitalen Zeitalter durch Erzählen die Welt verstehen lernen

25.09.2025

In einer Zeit, in der Tablets und Handy allgegenwärtig sind, stehen Eltern vor besonderen Herausforderungen. Wie können sie ihre Kinder beim Spracherwerb bestmöglich unterstützen?

Die Antwort liegt in der bewussten Gestaltung echter Kommunikation – durch Vorlesen, Erzählen und aufmerksames Zuhören.

Worte schaffen Nähe
Wenn Eltern mit ihren Kindern sprechen, vorlesen oder gemeinsam Geschichten erfinden, geschieht weit mehr als Wissensvermittlung. Diese Momente schaffen emotionale Nähe, denn Vertrauen und Bindung sind das Fundament jeder Erziehung und zudem wichtig für die sprachliche und geistige Entwicklung. Kinder erleben Sprache in ihrer ganzen Vielfalt, mit Betonung, Mimik und Gestik, Streiten und Versöhnen, Missverständnissen und Diskussionen.

Dabei ist es völlig unwichtig, ob jemand flüssig liest oder mit Akzent spricht! Gerade wenn Eltern auch mal ins Stocken geraten, zeigen sie: Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Diese Authentizität schafft Vertrauen und ermutigt Kinder, ohne Angst vor Fehlern Neues zu wagen. In Zeiten von Leistungsdruck und einer fragwürdigen Fehlerkultur ganz bestimmt eine wichtige Eigenschaft.

Gespräche vor Bildschirmzeit
Bildschirmmedien können den Spracherwerb durchaus unterstützen und den Horizont erweitern, aber bitte nur als Ergänzung. Medienkompetenz ist wichtig, ohne Frage, aber davor steht eigenständiges Denken. Und das geht einher mit dem Spracherwerb und für den sind die Eltern als erste Bezugspersonen verantwortlich.

Problematisch wird es nämlich, wenn Handys, Tablets und Fernseher die direkte Kommunikation verdrängen. Fakt ist nämlich: Je häufiger und je intensiver Eltern in den ersten drei Jahren mit ihren Kindern sprechen, desto besser entwickelt sich die Sprache bei den Kindern. Ihr Wortschatz erweitert sich um ein Vielfaches und stellt eine wichtige Voraussetzung für den späteren Bildungsweg und die persönliche Entwicklung dar. Denn Sprache ist und bleibt das wichtigste Kommunikationsmedium, vor allem im digitalen Zeitalter.

Ilona Einwohlt

Autorin:
Ilona Einwohlt ist Autorin und Bildungsreferentin beim MuK (Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V.) mit den Schwerpunkthemen Kinder- und Jugendkultur, digitale Lebenswelten und Mädchenbildung.
www.muk-hessen.de

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