
Die Art und Weise, wie ein Kind atmet, schluckt und kaut, beeinflusst langfristig seine Entwicklung. Liegt die Zunge in Ruhe am Gaumen und erfolgt die Atmung überwiegend durch die Nase, unterstützt dies eine harmonische Formung von Kiefer und Gesicht.
Erfolgt die Atmung hingegen überwiegend durch den Mund, verändert sich das muskuläre Gleichgewicht. Manche Kinder wirken unausgeschlafen, sind unruhig oder zeigen Konzentrationsschwierigkeiten. Auch Zahn- und Kieferfehlstellungen treten häufiger auf, wenn die funktionellen Grundlagen nicht stabil sind.
Diese Veränderungen entstehen nicht plötzlich, sondern schrittweise. Häufig werden sie erst im Schulalter sichtbar – etwa wenn eine kieferorthopädische Behandlung empfohlen wird. Doch beginnt diese Entwicklung viel früher – im Säuglingsalter geraten Atmung, Zungenlage und Muskelfunktion aus dem Gleichgewicht.
Wichtig ist: Entwicklung bleibt veränderbar. Muskulatur ist trainierbar, Funktion kann begleitet und neu erlernt werden. Je früher diese Zusammenhänge zwischen Atmung, Zungenlage und Wachstum verstanden werden, desto bewusster lässt sich Entwicklung begleiten.

Christina Weiß ist Mutter, Dentosophin und Fachzahnärztin für Oralchirurgie. Sie beschäftigt sich mit Stillherausforderungen und frühkindlicher Mund- und Gesichtsentwicklung. Weitere Infos in der Facebook-Gruppe „Christina Weiss – Natürlich wachsen – Stillen • Atmen • Entwickeln“
