
Wann geschieht es, dass Kinder in ihrem Spiel regelrecht versinken? Was passiert, wenn sie beim Spielen in ihre eigenen inneren Welten hineintauchen? Was brauchen sie dafür?
Die Frage, welche Spielzeuge man für seine Kinder wählen sollte, möchte ich gern um die oben gestellten Fragen erweitern. Für mich sind es besonders kostbare Momente, in denen ich Kinder beim Spielen beobachte, wenn sie völlig in ihre eigenen inneren Fantasie-Welten hineintauchen.
Die Magie des freien Spiels
Meine Töchter haben in solchen Spielphasen manchmal das ganze Zimmer „verwüstet“. Da wurden die Buntstifte zu Wegbefestigungen, Tücher teilten den Boden in verschiedene Zimmer für alle möglichen Figürchen und Kuscheltiere, Kisten wurden geleert, um Häuser zu bauen und es entstanden ganze Welten.
Ähnlich erlebte ich es mit meinem Stiefsohn, der mit Hilfe seines Legobaukastens die tollsten Fantasie-Welten erschuf und mit zusätzlichen Materialien das ergänzte, was er in seiner Vorstellungswelt so brauchte.
Im Spiel zu versinken ist eine Erfahrung, die nicht nur Kinder beglückt. Erwachsene erleben solche Zustände beim Musizieren, Meditieren oder anderen kreativen Beschäftigungen. Diese Zustände regenerieren, bauen Spannungen ab und lösen Glücksgefühle aus. In Kontakt zu sein mit dem eigenen Innern ist eine unfassbar starke Kraft, aus der neue Ideen geboren werden und wo die eigene Schöpferkraft unmittelbar spürbar wird.
Ich beobachte, dass Kinder vor allem einen geschützten Raum und freie Zeiträume brauchen, damit sie solche besonderen Momente im Spiel erleben können. Am Wochenende und in den Ferien war es bei uns in der Familie eigentlich kein Problem, dies zur Verfügung zu stellen – im Alltag braucht es schon etwas mehr Bewusstsein und Achtsamkeit, damit solche Momente entstehen können. Übrigens, Langeweile ist ein wunderbarer Motor für eigene Impulse. Die Sorge, Ihr Kind könnte sich langweilen, dürfen Sie loslassen. Hinter der Langeweile wartet oft etwas besonders Schönes.

Autorin:
Christel Veciana ist Life-Coach und Musik-Pädagogin, leitet „Christels Scheune“ in Hanau und ist Mutter zweier erwachsener Töchter.
www.christels-scheune.de
