Ein Junge sitzt verzweifelt auf dem Boden vor seinen Hausaufgaben
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Familienleben

Wenn das Lernen schwer fällt

21.06.2025

Wenn Ihr Kind beim Lesen, Schreiben oder Rechnen über längere Zeit Schwierigkeiten hat oder sich die Motivation für schulische Aufgaben deutlich verringert, lohnt es sich, aufmerksam zu sein.

Auch Konzentrationsprobleme oder häufige Frustration bei Hausaufgaben können erste Hinweise auf Lernschwierigkeiten sein. Als Eltern können Sie Ihr Kind im Alltag gezielt unterstützen. Eine klare Tagesstruktur hilft, Lernzeiten und Erholungsphasen gut zu organisieren. Planen Sie feste, überschaubare Lernzeiten ein und sorgen Sie dafür, dass diese ruhig und frei von Ablenkungen ablaufen.

Achten Sie dabei auch auf die Bedürfnisse Ihres Kindes: Die Leistungsfähigkeit kann je nach Tagesform schwanken. Manchmal sind Pausen wichtiger als das strikte Einhalten eines Lernplans. Kleine, erreichbare Ziele sind besonders wichtig – sie machen Fortschritte für Ihr Kind sichtbar und stärken das Durchhaltevermögen. Lob und Ermutigung spielen ebenfalls eine große Rolle: Konzentrieren Sie sich auf den Einsatz und die Anstrengung Ihres Kindes, nicht nur auf das Ergebnis. Damit helfen Sie, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu fördern. Zeigen Sie Verständnis, wenn etwas nicht sofort gelingt, und bieten Sie praktische Unterstützung an, etwa durch gemeinsames Lesen, kleine Rechenspiele oder Lernübungen, die in den Alltag integriert werden.

Sollten die Lernschwierigkeiten trotz häuslicher Unterstützung weiter bestehen oder sich verstärken, lohnt sich der Austausch mit der Schule. Lehrkräfte können oft wertvolle Hinweise geben, wo genau Unterstützungsbedarf besteht, und gemeinsam können weitere Schritte geplant werden. In einigen Fällen kann auch eine ergänzende Beratung sinnvoll sein, um gezielt Fördermöglichkeiten zu entwickeln.

Seien Sie nachsichtig mit sich selbst – Lernschwierigkeiten können viele verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, sich selbst nicht unter Druck zu setzen. Gerade als Eltern ist es oft schwieriger, mit dem eigenen Kind zu lernen, als es für eine externe Person wäre. Emotionale Bindung, Erwartungen und alltägliche Belastungen spielen dabei eine große Rolle. Sie tun bereits viel, indem Sie aufmerksam sind und Ihr Kind begleiten. Scheuen Sie sich daher nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie sich überfordert fühlen. Der Schritt, Unterstützung zu suchen, ist ein wichtiger Teil des Prozesses.

Mit Aufmerksamkeit und einer klaren, an die Bedürfnisse Ihres Kindes angepassten Struktur im Alltag legen Sie die beste Grundlage dafür, dass Ihr Kind seine Lernschritte in seinem eigenen Tempo meistern kann.

Annika Lehner

Autorin:
Annika Lehner hat 2020 ihre Tätigkeit als Lerntherapeutin begonnen, und ist seit Oktober 2024 die alleinige Leitung des Duden Instituts. Sie lebt mit ihrem Mann in Darmstadt, liest gern in ihrer Freizeit. oder treibt Sport. Außerdem reist sie sehr gerne.
www.duden-institute.de/darmstadt

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