Gerade bei Kleinkindern sind die Vorläuferfähigkeiten der Sprache besonders wichtig. Dazu gehören Gesten wie beispielswiese zeigen oder winken, Nachahmung, Blickkontakt und gemeinsame Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand oder ein Spiel. Diese Fähigkeiten bilden die Grundlage dafür, dass Sprache entstehen und sich weiterentwickeln kann.
Für die Sprachförderung gilt: Lieber 10 Minuten echte Kommunikation und Kontakt in Verbindung, mit aktivem Zuhören und gemeinsamem Fokus als gar nicht oder nur halbherzig (das Smartphone darf in zum Beispiel in der Küche bleiben).
Es geht nicht darum, ständig zu fördern, sondern bewusst präsent zu sein.
1. Gemeinsam schauen und benennen
Setzen Sie sich nebeneinander und schauen Sie gemeinsam ein Buch, ein Spielzeug oder aus dem Fenster. Benennen Sie ruhig, was Sie sehen: „Auto“, „Hund läuft“, „Der Ball rollt“. Warten Sie anschließend kurz ab – Blickkontakt, Gesten oder Laute sind bereits wertvolle Reaktionen.
2. Nachahmung fördern
Imitieren Sie die Geräusche, Gesten oder Handlungen Ihres Kindes. Klatscht Ihr Kind, klatschen Sie mit. Macht es ein Geräusch, ahmen Sie es nach und ergänzen gegebenenfalls ein Wort.
3. Gesten bewusst einsetzen
Unterstützen Sie Sprache durch Gesten wie zeigen, winken oder Arme heben. Gesten helfen Kindern oft früher als Worte und stärken das Sprachverständnis.
4. Pausen zulassen
Kommentieren Sie Situationen oder stellen Sie einfache Fragen und lassen Sie bewusst Zeit zum Antworten. Nicht sofort weiterzusprechen gibt Ihrem Kind Raum, sich mitzuteilen.
5. Korrekt wiederholen statt verbessern
Wiederholen Sie Äußerungen Ihres Kindes korrekt, ohne es direkt zu korrigieren.
Beispiel: Kind: „Wauwau da.“
Erwachsener: „Ja, der Hund ist da.“ Hier gibt es noch die Möglichkeit die Aussage zu verlängern: „Genau, da ist der Hund, er macht Wauwau.“
6. Gemeinsames Spielen statt Anleiten
Spielen Sie mit und folgen Sie den Ideen Ihres Kindes. Kommentieren Sie das Spiel sprachlich ohne es mit Wörtern zu überhäufen. Zum Beispiel: „Du baust einen Turm. Oh, jetzt fällt er um.“
7. Medien bewusst begleiten
Medienkonsum ist grundsätzlich in Ordnung. Und auch mal eine wohlverdiente Pause für Erziehende. Schön wäre ein Medienkonsum in Verbindung, gemeinsam schauen und im Anschluss.
Sprechen Sie darüber, was passiert ist, wer vorkam und was spannend oder lustig war. Gemeinsames Erzählen fördert Wortschatz und Sprachverständnis deutlich.
Und ganz wichtig: jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Wenn Eltern unsicher sind oder ein Kind über längere Zeit schwer verständlich bleibt, ist eine frühe fachliche Beratung sinnvoll und unproblematisch.

Ina Krause ist staatlich anerkannte Logopädin und leitet die Privatpraxis SPRACHMANUFAKTUR. Ihr liegt besonders am Herzen, Kinder und Erwachsene einfühlsam und individuell bei Sprach-, Sprech- und Stimmtherapien zu begleiten. In ihrer Privatpraxis möchte sie eine Atmosphäre schaffen, in der sich jeder wohlfühlt, Vertrauen entsteht und Therapieerfolge möglich werden – mit Herz, Motivation und fachlicher Kompetenz.
www.sprach-manufaktur.de

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