Ein Junge spielt mit Playmobil
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Familienleben

(Spiel-)Therapie mit Kindern

25.09.2025

Kinder be- und verarbeiten im Spiel auf natürlichem Wege, ob zu Hause, mit Freunden oder in einer therapeutischen Sitzung, die Eindrücke aus ihrem Lebensalltag. Sie bearbeiten damit innere Konflikte, überwältigende Gefühle, Situationen, die sie belasten oder ihnen neu sind.

Das geschieht bei Kindern im Spiel ganz von selbst und in der Regel unbewusst.
Im sicheren Rahmen einer Therapie kann dieser natürliche Vorgang zu nutzen der Kinder gefördert und unterstützt werden. Es geht dabei um die Bewusstmachung von Handlungsmustern und -strategien, Gefühlen und um das Entdecken und Erproben alternativer Verarbeitungs- und Handlungsmöglichkeiten.

Keine Angst vor aggressiven Spielinhalten
Aggressive Impulse können auf der Ebene des Spiels ausgelebt und angeschaut werden. Angstbesetzte Erlebnisse werden spielerisch inzeniert. Ich denke, jedes Elternteil kennt die immer wieder inzenierte Spielszene, in der das Kind einen imaginären, übermächtigen Gegner vernichtet, indem es die Rolle des Unbesiegbaren einnimmt. Es ist der Versuch des Kindes, sich aus einer zumeist im realen Leben als ausweglos, überfordernd empfundenen Situation zu befreien. Unterdrückte Wut kann zu Gewalt führen. In spielerischen Übungen kann das Kind lernen und einüben, zum Beispiel mit einem Schaumstoffschläger, der Wut situationsadäquat Ausdruck zu geben. Lernen, sich auch in solch einer Situation angemessen handlungsfähig zu erleben.

Das Spiel bietet einen freien Gestaltungsfreiraum
Im Alltag erleben sich Kinder oft äußeren Zwängen ausgesetzt. Sie reagieren eher als das sie agieren; Aufträge, Pflichten, Anforderungen von außen, die zumeist noch mit Erwartungen verbunden sind, wie sie diese erledigen sollen. Eine nicht enden wollende To-Do-Liste, die eigenen Wünschen und Bedürfnissen kaum Raum gibt. Das Spiel ermöglicht ihnen, sich selbstbestimmt zu erleben. Ihre Fantasie unterstützt sie dabei.

Der Realitätsgehalt einer Spielsituation
Spielsituationen inszenieren, die der Realtität nahe kommen, beispielsweise das Nachspielen einer Schulhofsituation, erleichtern oft das Aufspüren des ursächlichen Problems und dienen der Findung von möglichen Lösungsansätzen. Aber gerade Inszenierungen, die bezugslos und realitätsfremd erscheinen, offenbaren oft eine tiefer liegende emotionale Not des Kindes. Dem Ausdruck zu geben, dies sichtbar zu machen, ist für eine Veränderung sehr bedeutsam.

Spiele erweitern das Gefühlsrepertoire
Angst und Wut sind zumeist negativ bewertete Gefühle. Sie haben aber ihre Berechtigung und brauchen einen natürlichen Ausdruck. Der Therapeut kann durch Fragen Gefühlslagen verbalisieren, Sichtweisen anbieten und somit die Selbstregulation von Gefühlen unterstützen. Bei Angstgefühlen dreht es sich zumeinst um das Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz.
Im Spiel kann der Therapeut anregen, dass sich das Kind Helfer und Unterstützer in Form von Spielfiguren aussucht. Beispielsweise einen Dino oder Playmobilfiguren, die Stärke repräsentieren. Oder er baut sich eine Barriere aus Bausteinen.
Neben dem, dass sich Kinder auch im wirklichen Leben Unterstützer holen können, geht es in der Spielsituation darum, dass sie erkennen, dass sie nicht hilflos einer angstmachenden Situation ausgeliefert sind. Sie werden angeregt, kreative Lösungen zu finden, die die Angst mildert oder auflöst.

Frank Kruschel

Autor:
Frank Kruschel, Diplom-Sozialpädagoge, Heilpraktiker Psychotherapie (HPG), Gestalt- und Gesprächspsychotherapie in Darmstadt-Eberstadt
www.gestalttherapie-kruschel.de

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