Kinderhände halten selbst getöpferten Becher in der Hand
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Familienleben

Kita- oder Schulstart: Wenn Übergänge Stress machen

12.05.2026

Rund um Kita-Start, Vorschule oder Einschulung merken viele Familien besonders: Übergänge sind schwer – auch die kleinen im Tagesablauf. Anziehen, Losgehen, Abschied, neue Regeln – plötzlich eskaliert es. Eltern sind verunsichert und schämen sich: „Andere bekommen das doch hin.“ Dabei zeigt Scham oft nur, wie viel Druck gerade da ist.

Stress-Signale statt „schlechtes Benehmen“

Manche Kinder verarbeiten Veränderungen, Reize und Gefühle anders – etwa bei ADHS, Autismus oder sehr sensibler Reizverarbeitung (Stichwort: Neurodivergenz). Viele Familien wissen das lange nicht und versuchen, mit mehr Tempo oder Strenge gegenzusteuern. Das verstärkt den Stress oft.

Warum Übergänge so viel Kraft kosten

Übergänge bedeuten eine hohe innere Anpassungsleistung: Ort, Bezugspersonen, Geräusche, Zeitdruck und Erwartungen verändern sich gleichzeitig. Dazu kommen viele kleine Anforderungen – anziehen, losgehen, Abschied aushalten, Regeln einhalten. Manche Kinder können in solchen Momenten schwer filtern, was wichtig ist. Dann reicht ein zusätzlicher Reiz wie Hunger, Müdigkeit, Lärm oder Eile, und das System kippt. Kommt Bewertung dazu – „Beeil dich“, „Du musst“ – wird es noch schwerer, sich zu regulieren.

Natürlich gibt es hilfreiche Strategien: Übergänge ankündigen, Puffer einplanen, Reize reduzieren. Doch viele neurodivergente Familien kennen diese Tipps längst. Was oft mehr hilft, ist Entlastung.

Ihr seid nicht falsch. Eure Familie braucht passende Bedingungen.

Sucht euch Räume und Zeiten, in denen niemand funktionieren muss. Wenn Kinder und Eltern ohne richtig oder falsch ausprobieren dürfen, beruhigt sich das Nervensystem. So entstehen Verbindung, Selbstwirksamkeit und Vertrauen – wichtige Grundlagen für schwierige Übergänge. Diese Grundlagen ermöglichen, Veränderungen besser zu bewältigen.

Svenja Beifuss-Lens

Svenja Beifuß-Lens ist PädArT-Pädagogin und Therapeutin. Sie begleitet Menschen nach der PädArT-Methode (Pädagogische Arbeit am Ton) einzeln oder in der Gruppe.
www.ton-spielraum.de

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