
Engagement, Vertrauen und viele kleine Ideen mit großer Wirkung: Ein Einblick in die Arbeit eines Elternbeirats und warum sich Mitmachen lohnt. Der GRASHÜPFER hat mit 3-fach-Mama Sarah Puhl gesprochen:
Welches konkrete Problem habt ihr angepackt, das jetzt besser läuft?
Ein zentrales Thema war die Kommunikation zwischen Eltern und Erzieherinnen. Unser
Anliegen ist es, dass bei Problemen der direkte Austausch gesucht wird – offen, ehrlich
und ohne Umwege über Dritte. Schließlich vertrauen wir den Fachkräften unsere wichtigsten Menschen an. Dazu gehört auch, Dinge direkt anzusprechen und ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis zu pflegen.
Welche Erfolge konntet ihr feiern?
Ein besonders schönes Beispiel ist die Spendenaktion für die „Tafel Gießen“, an der wir uns beteiligt haben. Eltern und Kinder haben gemeinsam Lebensmittel und Hygieneartikel gesammelt, die anschließend gespendet wurden. Es war beeindruckend zu sehen, wie Kinder – begleitet von Eltern und Erzieherinnen – verstanden haben, wie wichtig es ist, mit anderen zu teilen und Familien zu unterstützen, denen es nicht so gut geht.
Was war eure erfolgreichste Aktion oder euer schönstes Event?
Ein echtes Highlight war unsere Beteiligung an der „Tour der Hoffnung“. Beim Sommerfest 2025 haben wir eine Tombola organisiert – unter dem Motto „Jedes Los gewinnt“. Die Familien haben dafür im Vorfeld neue Sachspenden abgegeben, die von den Erzieherinnen liebevoll zu einzelnen Gewinnen zusammengestellt wurden.
Der Erlös wurde am Tag des Prologs auf der Bühne an der Uni Gießen übergeben – gemeinsam mit Eltern, Kindern und dem Kita-Team. Das war ein sehr emotionaler Moment, der viele zu Tränen gerührt hat.
Auch unser selbst organisiertes Laternenfest bleibt in besonderer Erinnerung: Der Elternbeirat koordinierte vieles – von der Begleitung des Umzugs durch Eltern mit Warnwesten über ausgedruckte Liedtexte bis hin zur musikalischen Begleitung. Ein rundum gelungenes Gemeinschaftserlebnis.
Thema Fundraising: Wie konntet ihr Geld für eure Einrichtung akquirieren?
Einmal im Jahr starten wir einen Spendenaufruf. Dafür nutzen wir unsere WhatsApp-Gruppen, sowohl die einzelnen Gruppenchats als auch eine übergreifende Kita-Gruppe.
Die Resonanz ist durchweg positiv, sodass regelmäßig eine schöne Summe zusammenkommt. Mit dem Geld kann die Kita zusätzliche Anschaffungen finanzieren, die direkt den Kindern zugutekommen – zum Beispiel neue Bücher oder Spielmaterialien.
Was sind die größten Schwierigkeiten bei eurer Arbeit im Elternbeirat?
Insgesamt arbeiten wir sehr harmonisch zusammen – da sind wir wirklich privilegiert. Die Eltern sind kooperativ und unterstützen viele Aktionen.
Wenn es einen Punkt gibt, der uns beschäftigt, dann ist es der Umgang mit Krankheiten. Es kommt leider vor, dass Kinder noch nicht vollständig genesen wieder in die Kita gebracht werden. Hier appellieren wir immer wieder an die Verantwortung aller Familien: Weder dem Kind noch dem Team ist damit geholfen. Denn wenn Erzieherinnen ausfallen, hat das Auswirkungen auf alle. Rücksichtnahme und ein respektvoller Umgang miteinander sind hier besonders wichtig.
Welche Tipps kannst du geben?
Mein klarer Tipp: Werdet aktiv im Elternbeirat! Es ist eine bereichernde Erfahrung, das Kita-Geschehen mitzugestalten, eigene Ideen einzubringen und im engen Austausch mit dem Team zu stehen.
Ich selbst bin seit fast fünf Jahren – gruppenübergreifend – im Elternbeirat aktiv und habe in dieser Zeit unglaublich wertvolle Einblicke gewonnen. Es ist schön zu sehen, mit wie viel Engagement und Herzblut die Erzieherinnen den Alltag und die Projekte für unsere Kinder gestalten.
Wir geben unsere größten Schätze täglich in ihre Hände. Zu wissen, was geplant ist, welche Ideen entstehen und wie sich die Kita weiterentwickelt, schafft Vertrauen – und macht es umso schöner, ein Teil davon zu sein.
