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Familienleben

Hilfe, mein Kind macht alles auf den letzten Drücker!

25.09.2025

Warum Aufschieben kein Faulheitsproblem ist – und wie Eltern ihre Kinder klug unterstützen können

Es ist Sonntagabend, 20 Uhr. Morgen Mathearbeit. Dein Kind sitzt am Tablet oder chillt auf dem Bett, aber nicht am Schreibtisch. Die Nerven liegen bei dir blank: „Warum fängst du nicht endlich an?“. Der Ton wird schärfer, dein Kind blockt ab. Am Ende herrscht schlechte Stimmung, aber gelernt wurde kaum. Kommt dir das bekannt vor? Du bist  nicht allein – Aufschieben ist eines der größten Stress-Themen in Familien mit Schulkindern.

Was oft wirklich hinter dem Aufschieben steckt
Viele Eltern denken: „Mein Kind ist halt faul.“ Die Wahrheit: Aufschieben hat selten mit Faulheit zu tun. Häufige Ursachen sind:

  • Überforderung: Zu viel Stoff, fehlende Struktur
  • Versagensangst: Lieber nichts tun, als scheitern
  • Fehlende Erfolgserlebnisse: „Warum lernen, wenn es eh nichts bringt?“

Diese Mechanismen sind normal, aber sie können sich festsetzen. Das Gute: Sie lassen sich ändern.

Hier die drei typische Anzeichen, dass dein Kind Unterstützung braucht:

  • Häufige Bauch- oder Kopfschmerzen vor Klassenarbeiten
  • Große Themen werden bis zur letzten Minute aufgeschoben
  • Hausaufgaben führen regelmäßig zu Streit und Tränen

Warum Druck alles schlimmer macht
Kontrolle, Vorwürfe, Strafen – typische Elternreaktionen. Doch Druck verstärkt oft nur die Angst und den Widerstand. Kinder fühlen sich unverstanden, Eltern frustriert. Lernen wird zur Beziehungskrise. Stattdessen brauchen Kinder jemanden, der sie versteht, motiviert und Strategien an die Hand gibt.

Beobachte dein Kind. Manchmal ist das, was wie Faulheit aussieht, schlicht Überforderung. Wenn dein Kind still ist, ständig ausweicht oder aggressiv reagiert, kann das ein Zeichen sein, dass der Druck zu groß ist.

Erste Schritte: Was Eltern tun können
Hier drei kleine Impulse, die schon viel verändern können:

  • Mini-Schritte statt Riesenberg: Große Aufgaben zerlegen
  • Feste Startzeiten: Ein klares Ritual wirkt besser als ständige Appelle. Auch Pausen dürfen sein
  • Erfolge sichtbar machen: Lobe den Einsatz und die Anstrengung, nicht nur die Note

Das sind erste Anstöße. Die eigentliche Kunst liegt darin, diese Ansätze konsequent und individuell umzusetzen.

Wie Lerncoaching hilft
Manchmal braucht es einen neutralen Blick von außen. Lerncoachs begleiten Schüler, damit Lernen leichter wird. Kein Nachhilfe-Drill, sondern:

  • Struktur aufbauen und Zeit managen
  • Selbstvertrauen stärken und Motivation finden
  • Blockaden lösen und Erfolge sichtbar machen

Coaches sind neutral. Kinder öffnen sich oft schneller gegenüber einer Außenstehenden. Dadurch kommen sie an Ursachen, die Eltern allein selten erreichen. So wird das Verhältnis zu Hause entlastet – weniger Streit, mehr Vertrauen.

Wie du als Elternteil dein Stress-Level senken kannst
Auch Eltern profitieren, wenn sie kleine Veränderungen vornehmen:

  • Lernzeiten statt Dauerbeschallung: Lieber 20 Minuten fokussiert als drei Stunden gestresst
  • Selbstfürsorge: Gelassenheit steckt an – wenn du ruhig bleibst, tut es dein Kind auch
  • Selbstreflexion: Schaue auch auf dich selbst. Wie gehst du mit eigenen Aufgaben um? Gibt es Dinge, die du selbst gerne aufschiebst?

Kinder lernen viel durch Beobachtung. Wenn sie sehen, dass auch Eltern Strukturen entwickeln und Dinge konsequent angehen, wirkt das als starkes Vorbild.

Diese Haltung zeigt deinem Kind: Fehler sind Lernchancen, keine Katastrophen. Das entlastet die ganze Familie.

Kerstin Kruithoff-Ley

Autorin:
Kerstin Kruithoff-Ley, SmartKids Coach® und Lerncoach, spezialisiert auf Schüler an weiterführenden Schulen bzw. beim Übergang auf die weiterführenden Schule. Sie begleitet Schüler und Eltern online oder vor Ort.
www.lernlichtfunken.de

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