
Wenn das eigene Kind etwas falsch macht, kommt es bei einem selbst zu einem Gefühlscocktail: Wut, Frust oder Angst führen oftmals zu einer Überreaktion. Die folgenden fünf Strategien helfen, gelassener zu reagieren.
1. Atme. Nur das.
Bevor du reagierst: Atme. Tief ein, tief aus. Und nimm wahr, wie sich dein Brustkorb dabei hebt und senkt. Ein bewusster Atemzug bringt dich aus dem Kopf in den Körper.
2. Nimm das Kind wahr
Hinter jedem Fehler steckt ein Kind, das noch lernt. Manchmal braucht es Struktur. Manchmal Trost. Und oft einfach dein Mitgefühl.
3. Verbindung vor Perfektion
Statt dich auf das Missgeschick zu fokussieren, sag vielleicht: „Das war jetzt blöd, aber du bist mir wichtiger als die Milch.“ So entstehen weniger Zoff und mehr Beziehung. Und genau um die geht es, nicht um den Fleck auf dem Boden.
4. Stell dir vor, es ist ein Jahr später
Wird es dann noch so schlimm sein? Wahrscheinlich nicht. Diese kleine Zeitreise hilft, die Dramatik rauszunehmen und mit Humor oder Milde zu reagieren.
5. Erkenne deine Trigger und sei sanft mit dir
Oft sind es nicht die Kleinigkeiten selbst, die uns aus der Haut fahren lassen, sondern das, was dahinter liegt wie Stress, ein Druck, das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen. Frag dich also: „Was genau hat mich gerade so getroffen?“ und dann: „Was brauche ich gerade?“
Und wenn es doch passiert?
Dann sag zum Beispiel: „Ich war gerade laut. Das tut mir leid. Ich atme kurz und dann reden wir.“ Denn was du vorlebst, prägt viel stärker als jedes gut gemeinte Wort.

Mareike Schuster ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und begleitet in ihrer Praxis Kinder und Jugendliche mit Herz, Struktur und Therapiehund dabei, Ängste zu überwinden und ihren Selbstwert zu stärken.
www.mareikeschuster.de

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