„Ich verstehe mich als Organisatorin und Sprachrohr“
Als ich das Amt im Elternbeirat übernommen habe, war mir schnell klar: Viele Herausforderungen entstehen nicht, weil Menschen nicht helfen wollen – sondern weil Organisation, Kommunikation und Abläufe unnötig kompliziert sind. Gerade in Kita, Schule oder Verein treffen viele Familien, unterschiedliche Meinungen und oft wenig Zeit aufeinander. Umso wichtiger ist es, Strukturen zu schaffen, die den Alltag erleichtern.
Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich einige digitale Helfer und Organisationswege kennengelernt, die für mich vieles einfacher gemacht haben – und die ich inzwischen fast überall einsetze.
Digitale Helfer erleichtern die Organisation
Für die Organisation von Festen, Terminen oder Helferlisten nutze ich sehr gerne die Plattform „WhoCan“. Die Seite ist kostenlos und auch ohne Registrierung nutzbar. Besonders hilfreich finde ich die flexiblen Umfrage- und Listenfunktionen. So kann man beispielsweise einstellen, ob alle Antworten sichtbar sind – etwa bei Kuchen- oder Salatlisten – oder eben nicht. Gerade für Elternbeiräte, Vereine oder Klassenaktionen spart das unglaublich viel Zeit und Abstimmung.
Kommunikation braucht klare Strukturen – das Beispiel WhatsApp
Ein weiterer großer Baustein war für mich die Organisation über WhatsApp-Communitys. Das wirkt anfangs vielleicht etwas umfangreich, hat aber viele Vorteile. In unserer Kita gab es beispielsweise eine Ankündigungsgruppe, eine allgemeine Elterngruppe und später zusätzlich eine Gruppe für die Vorschulkinder. Über einen QR-Code konnten Eltern selbstständig beitreten. Der Elternbeirat war dabei in allen Gruppen vertreten und hatte die Administrationsrechte.
Besonders wichtig war uns dabei Transparenz und eine klare Struktur. Deshalb wurde später eingeführt, dass neue Mitglieder zunächst bestätigt werden müssen. So blieb nachvollziehbar, wer tatsächlich dazugehört. Gleichzeitig konnten ehemalige Eltern in der reinen Ankündigungsgruppe bleiben und wichtige Informationen weiterhin erhalten, ohne in alle aktuellen Themen eingebunden zu sein.
Wie hilfreich solche Strukturen sein können, zeigte sich unter anderem, als kurzfristig innerhalb von 24 Stunden eine Notbetreuung organisiert werden musste. Über die bestehenden Gruppen konnten betroffene Eltern schnell erreicht und separat koordiniert werden, ohne dass die gesamte Elternschaft involviert war.
Weniger Diskussionen, mehr Klarheit
Mindestens genauso wichtig wie die Technik ist allerdings die Art der Kommunikation. Als ich das Amt übernommen hatte, war die Stimmung teilweise angespannt. Mit klarer, sachlicher und möglichst kurzer Kommunikation ließ sich vieles beruhigen. Heute passiert es durchaus, dass in den Gruppen zwei oder drei Wochen lang gar nichts geschrieben wird – und genau das empfinde ich inzwischen als gutes Zeichen.
Außerdem habe ich gelernt, nicht immer sofort reagieren zu müssen. Gerade in emotionalen Situationen hilft es oft, das Handy auch einmal bewusst liegen zu lassen. Unterstützend war dabei auch ein Netzwerk aus anderen engagierten Eltern, die bei Diskussionen gelegentlich vermittelnd eingesprungen sind.
Eine gute Ablage spart doppelte Arbeit
Ein Thema, das häufig unterschätzt wird, ist die Dateiablage und Übergabe von Informationen. In vielen Einrichtungen beginnt organisatorische Arbeit jedes Jahr fast wieder bei null, weil Vorlagen, Einkaufslisten oder Erfahrungswerte fehlen oder unauffindbar sind. Deshalb haben wir die Ablage in mehreren Bereichen neu organisiert.
Im Elternbeirat der Kita lief vieles über Microsoft Teams mit klaren Ordnerstrukturen und einem eigenen Kanal. Dadurch konnten Vorlagen, Einkaufslisten oder Planungen dauerhaft gespeichert werden. Das erleichtert nicht nur die aktuelle Arbeit, sondern vor allem die Übergabe an nachfolgende Elternbeiräte. Niemand muss alles neu erfinden oder lange suchen.
Ähnlich haben wir es später auch im Förderverein umgesetzt. Dort wurden sogar eigene E-Mail-Adressen für Vorstandsmitglieder eingerichtet. So bleiben Kommunikation und Unterlagen unabhängig von privaten Accounts erhalten und können unkompliziert an Nachfolgerinnen oder Nachfolger übergeben werden.
Die Rolle des Elternbeirats: Organisieren, vernetzen, unterstützen
Rückblickend würde ich sagen: Mit einer guten Kommunikationsstruktur, digitalen Hilfsmitteln und einer funktionierenden Ablage lässt sich bereits ein Großteil der organisatorischen Arbeit deutlich entspannter gestalten.
Wichtig ist dabei aber immer die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Elternbeiräte können nur dann gut arbeiten, wenn Engagement nicht als Angriff verstanden wird. Für mich bedeutete das Amt nie, „für alles zuständig“ zu sein oder Aufgaben zu übernehmen, die eigentlich andere erledigen müssten. Ich verstehe mich vielmehr als Organisatorin und Sprachrohr – jemand, der Themen bündelt, Eltern vernetzt und bei Bedarf unterstützt.
Wenn Hauptamtliche, Eltern und Ehrenamtliche dabei kooperativ zusammenarbeiten, profitieren am Ende alle – vor allem aber die Kinder.

Hanna Reitz ist selbstständige Wirtschaftsprüferin, verheiratet und Mama von drei Kindern. Neben ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Elternbeirätin engagiert sie sich als 1. Vorsitzende im Förderverein der Philipp-Reis-Schule e.V. in Gelnhausen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen