Zwei Kinder die jeweils auf dem Rücken auf einer Yogamatte liegen
Familienleben

Einfach mal sein: Ruheraum im Kinderyoga

20.05.2026 - Anzeige

Wie finden Kinder im Alltag zu ihrer Kraft, wenn Sie fast ganztags im Kindergarten sind, täglich in langen Schulstunden aushalten und zusätzlich Einkäufe mit Eltern, Arztbesuche, Fußballtraining, Musikunterricht oder andere Tätigkeiten nach dieser Zeit bewerkstelligen?

Die Ruhephase im Kinderyoga ist ein wichtiger Teil der Stunde. Aus den Feed-Backs der Kinder zur Frage, was ihnen im Kinderyoga wichtig oder besonders ist, nennen alle Kinder die Ruhephase: sie steht am Ende der gemeinsamen Zeit, dann, wenn Körperarbeit schon präsent und achtsam erlebt wurde, Asanas in der Bewegung langsamer und stabiler im Körper zu spüren waren, wenn Spannung des Tages schon abgebaut ist und das innere System viel ruhiger geworden ist.

Hier liegen die Kinder auf der Yogamatte, haben bei Bedarf ihr Kuscheltier auf dem Bauch liegen, um ihre Atmung besser wahrnehmen zu können oder halten einen vorher gewählten Edelstein.

Vor dem Zudecken ruckele ich ihnen die Beine aus, um Restspannung aus dem unteren Rücken zu lösen. Was anfangs ein intuitiver Moment aus meiner Shiatsu-Praxis war, ist zur Regelmäßigkeit geworden, weil auch dies die Kinder einfordern.

Während die Kinder liegen, jedes bei sich (sie mögen es, sich mit der Decke den Kopf zu bedecken), lasse ich sie ein instrumentales Lied mit Vogelstimmen hören, das mit Duft und Klanginstrumenten ausklingt. Manchmal auch ein melodisches Mantra für Kinder.

Der Raum, der hier entsteht, ist der von Geborgenheit, sein lassen, keine Aufgaben erfüllen müssen.  Einfach Ruhe. Nicht selten nicken Kinder hier weg, obwohl diese Phase nur einige Minuten dauert. Es ist ein „Loslassen“ von dem Äußeren, räumlich gehalten sein in einer achtsamen harmonischen Atmosphäre. Oft kommt es den Kindern so vor, als haben sie lange geschlafen.

In letzter Zeit fordern die Kinder diese Phase oft schon zu Anfang der Stunde oder sie wünschen eine längere Verweilzeit in diesem Ruheraum. Das berührt mich sehr und regt zur Nachdenklichkeit an.

Es braucht ein Gleichgewicht im Alltag der Kinder, in dem Räume geschaffen werden, in denen sie sein dürfen und in denen sie sich selbst wahrnehmen können. Ein Raum, in dem es leise wird. Dieses leise gewollt ist und ankommt.

Denn nur in der Ruhe kann sich alles klären, richten und sammeln, kann das Gefühl zum inneren Selbst wieder in Verbindung kommen, um kraftvoll den Herausforderungen des Kinder-Alltags zu begegnen.

Silke Schotte ist staatlich anerkannte Erzieherin, zertifizierte Yogalehrerin und Dipl. Shiatsu-Praktikerin
www.amba-yoga-mit-dir.de

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