Papa mit Baby
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Familienleben

Ein Brabbeln sagt mehr als 1.000 ernste Worte

29.01.2026

Die Leute hätten vermutlich gedacht, dass ich eine Schraube locker habe. Mindestens. Ich habe gebrabbelt, geblubbert und gebrummt wie ein Teekessel. 

Mein Baby lag auf der Spieldecke und hat es mir vorgemacht. Während ich nebenher die Wohnung geputzt habe, ging es also hoch her. Brabbelnd. Schließlich wollte ich mitreden, und Lalllaute waren nun mal das Wort der Stunde. Damit haben wir uns prächtig unterhalten. Und wir hatten uns einiges zu erzählen. Von dem, was mit dem Mobile gerade so passiert (mal wieder Schmetterlinge, die im Kreis fliegen), und dem, was es heute zu essen geben wird (Pastinake aus dem Glas. Na ja.).

Und es soll niemand sagen, dass das vergeudete Liebesmüh war. Schon Jesus hat noch als Erwachsener gebrabbelt, wenn er von Gott sprach. „Abba“ hat er Gott genannt. Ein waschechter Brabbellaut mit zutiefst vertrautem Klang. Es bedeutet so viel wie „Papa“. 

Und damals wie heute war das Wichtigste die Botschaft, die im Subtext mitschwang: „Ich bin da. Ich passe auf dich auf. Und falls ich das heute noch nicht genug betont habe: du sollst wissen, dass ich dich lieb habe. So richtig doll. Brabbeldoll.“ Ich hoffe, die Botschaft kam an. Aber da mache ich mir nicht so große Sorgen. Denn ein von Herzen kommendes Brabbeln sagt sicherlich mehr als 1.000 ernste Worte.

Adrian Schleifenbaum

Dr. Adrian Schleifenbaum ist Pfarrer in Gießen. Dort ist er für eine evangelische Kita und actionreiche Familiengottesdienste zuständig.
www.evangelisch-giessen-mitte.de

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