
„Ich habe keine Zeit für den Elternbeirat.“ Diesen Satz höre ich oft. Und ich verstehe ihn. Aber darum geht es nicht.
Es geht nicht darum, ein Amt zu übernehmen. Es geht darum, sich überhaupt einzubringen. Als Mutter von zwei Schulkindern erlebe ich immer wieder: Es sind oft die gleichen Eltern, die helfen. Beim Fest in der Kita oder Schule. Beim Ausflug. Im Sportverein. Die Kuchen backen, mitfahren, organisieren. Und viele andere schauen zu.
Dabei wäre es so viel einfacher, wenn jeder einen kleinen Teil beitragen würde. Dann würde sich auch das Amt des Elternbeirats leichter anfühlen. Weniger Druck. Mehr Gemeinschaft.
Engagement beginnt im Kleinen: Mitgehen bei einem Ausflug, helfen beim Fest, präsent sein. Unsere Kinder sehen das. Und sie sind stolz darauf.
Doch Engagement bedeutet auch Haltung zeigen. Den Mund aufmachen, wenn es wichtig ist.
Zum Beispiel beim Thema Erstes Smartphone. „Ich wollte eigentlich noch warten, aber dann haben alle anderen auch Ja gesagt.“ Diesen Satz höre ich auf Elternabenden immer wieder, auch in meiner Arbeit als Digitaltrainerin. Und genau hier liegt einer der stärksten Hebel, der selten genutzt wird. Wenn Eltern sich gemeinsam absprechen, gemeinsam Grenzen setzen und sich gegenseitig darin bestärken, verändert das die gesamte Dynamik. Eine stille Selbstverpflichtung in der Elternrunde kann mehr bewirken als jede Einzelentscheidung.
Das gilt genauso bei Kinderfotos in sozialen Medien, bei der Frage, was Kinder bei Freunden spielen oder schauen, oder bei allem, worüber wir sonst gerne schweigen. Wenn Kinder Unverträglichkeiten haben oder vegetarisch essen, sprechen wir das selbstverständlich ab. Aber bei digitalen Themen? Da bleiben viele still. Dabei sind das keine Kleinigkeiten. Es geht um unsere Kinder. Also dürfen wir auch darüber sprechen.
Ich erlebe das immer wieder: Viele Eltern denken ähnlich. Aber sie trauen sich nicht. Dabei braucht es nur einen, der anfängt. Einen, der sagt: „Lasst uns darüber reden.“ Wenn aus einzelnen Stimmen eine gemeinsame Haltung wird, entsteht echte Entlastung, für alle. Wir müssen nicht alle Elternbeirat sein. Aber wir können alle Teil davon sein. Indem wir hinschauen. Mitdenken. Und mitreden. Für unsere Kinder.

Autorin:
Aline Fink ist Mutter von zwei wunderbaren Kindern, Diplom-Sportwissenschaftlerin, Resilienz- & Persönlichkeitstrainerin, Kinder- & Jugendcoach, Spiel- & Bewegungstrainerin, Expertin für Medienerziehung
www.heldenstarkekinder.de
